Positionspapier zur Rettungsdienstreform – wichtige Perspektiven zur Weiterentwicklung der Notfallversorgung

20. März 2026

Zentrale Forderungen zur außerklinischen Notfallversorgung

Mehrere Fachgesellschaften und Verbände haben in einem gemeinsamen Positionspapier („Vom Lückenbüßer zur Primärversorgung!“) Vorschläge zur Weiterentwicklung der Notfallversorgung formuliert. Das Papier steht unter dem Leitgedanken, den Rettungsdienst von einer reinen Transportfunktion stärker zu einer eigenständigen Säule der medizinischen Versorgung weiterzuentwickeln.

Das Positionspapier ist unter folgendem Link abrufbar: Gemeinsames Positionspapier zur Rettungsdienstreform

Ausgangslage: steigende Anforderungen im Rettungsdienst

Im Papier wird beschrieben, dass der Rettungsdienst seit Jahren unter zunehmendem Druck steht. Insbesondere steigende Einsatzzahlen und eine wachsende Zahl nicht lebensbedrohlicher Notfälle führen zu einer hohen Belastung der Systeme.

Zugleich wird darauf hingewiesen, dass der Rettungsdienst häufig Aufgaben übernimmt, die ursprünglich nicht seinem Kernauftrag entsprechen. Dies betrifft insbesondere die Versorgung von Patientinnen und Patienten, die keine unmittelbare Krankenhausbehandlung benötigen.

Zielbild: außerklinische Akutversorgung

Ein zentrales Anliegen des Positionspapiers ist die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes zu einer fallabschließenden außerklinischen Akutversorgung. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten bereits vor Ort bedarfsgerecht zu versorgen und – sofern medizinisch vertretbar – auf einen Transport in ein Krankenhaus zu verzichten.

Hierfür werden insbesondere folgende Aspekte genannt:

  • Erweiterung der Handlungskompetenzen des rettungsdienstlichen Personals
  • stärkere medizinische Eigenverantwortung
  • Entwicklung standardisierter Versorgungsprozesse
  • Einbindung in übergreifende Versorgungsstrukturen

Strukturveränderungen und Systemintegration

Das Positionspapier betont die Notwendigkeit, den Rettungsdienst stärker in das Gesamtsystem der Notfallversorgung einzubinden. Dazu gehören unter anderem:

  • engere Verzahnung mit Notaufnahmen, ärztlichem Bereitschaftsdienst und weiteren Akteuren
  • Weiterentwicklung von Leitstellen zu integrierten Steuerungseinheiten
  • verbesserte Patientensteuerung bereits im Erstkontakt

Ziel ist es, die vorhandenen Ressourcen effizienter einzusetzen und Fehlallokationen zu vermeiden.

Qualifikation und Rollenentwicklung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Qualifikation des Personals. Die beteiligten Organisationen sehen die Notwendigkeit, die Ausbildung und Kompetenzen im Rettungsdienst weiterzuentwickeln.

Hierzu zählen unter anderem:

  • Ausbau medizinischer Kompetenzen
  • Weiterentwicklung der Berufsbilder
  • klare Definition von Verantwortlichkeiten
  • stärkere Standardisierung von Abläufen

Rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen

Für die Umsetzung der vorgeschlagenen Veränderungen werden Anpassungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen als erforderlich angesehen. Insbesondere wird eine bundeseinheitlichere Regelung der Notfallversorgung thematisiert.

Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, wie Finanzierung und Organisation künftig ausgestaltet werden müssen, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden.

Bedeutung für die Weiterentwicklung der Notfallversorgung

Das Positionspapier macht deutlich, dass die zukünftige Ausgestaltung der Notfallversorgung nicht allein eine medizinische Fragestellung ist, sondern auch strukturelle und organisatorische Veränderungen erfordert.

Insbesondere die stärkere Ausrichtung auf eine bedarfsgerechte, sektorenübergreifende Versorgung stellt neue Anforderungen an Planung, Steuerung und Organisation der Systeme.

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