Machbarkeitsstudie grenzüberschreitender Feuerwehrstandort

Das Projekt CROSSFIRE wird im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland- Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert

Notfälle und Schadenslagen kennen keine Staats- und Landesgrenzen, weswegen die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) auf beiden Seiten einer solchen Grenze im Ernstfall effektiv und effizient zusammenarbeiten müssen.

Die Feuerwehren im Bereich der deutsch-niederländischen Grenze arbeiten bereits seit vielen Jahren zusammen. Teilweise existieren öffentlich-rechtliche Verträge, welche den grenzüberschreitenden Einsatz regeln.

Durch die Vorhaltung von Personal und Material an eigens dafür vorgesehenen Standorten ist es das Ziel der Feuerwehren, jederzeit auf einen Brand oder ein Notfallereignis schnell und zielgerichtet regieren zu können. Auf diese Weise gewährleisten die Feuerwehren Sicherheit in ihrem Einsatzgebiet und bei Bedarf auch darüber hinaus.

Hinsichtlich der Vorhaltung des notwendigen Personals sehen sich viele Feuerwehren mit der Situation konfrontiert, dass Nachwuchsmangel zu Personalproblemen führt. Ursache hierfür sind zum einen der demographische Wandel (es stehen weniger Personen zur Verfügung) und zum anderen eine veränderte Freizeitsituation, was die Freiwilligen Feuerwehren in eine Konkurrenzsituation mit anderen Vereinen und Aktivitäten stellt.

Aufgrund der staatlich getrennten Strukturen Deutschlands und der Niederlande liegt der Schluss nahe, dass im Grenzbereich der beiden Staaten Optimierungspotentiale durch die gemeinsame Nutzung von Standorten der Feuerwehr (Feuerwehrgerätehäuser) geschaffen und genutzt werden können. Diese Optimierungspotentiale sind folgender Natur:

  • Kostenpotentiale: Es müssen weniger Gerätehäuser unterhalten werden.
  • Strukturpotentiale: Je Standort kann auf die Bevölkerung zu beiden Seiten der Grenze zugegriffen werden, um die notwendige Personalstärke zu erreichen. Dies unabhängig von der Art der Feuerwehr (haupt- oder ehrenamtlich).
  • Operative Potentiale: Eine ständige Zusammenarbeit von Einsatzkräften beider Seiten der Grenze kann die Zusammenarbeit im Einsatz wesentlich verbessern.

Um diese Potentiale nutzen zu können muss zunächst geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen der Betrieb eines gemeinsamen (grenzüberschreitenden) Feuerwehrstandortes möglich ist und welche Anforderungen an einen solchen Strandort gestellt werden (Machbarkeitsstudie).

Im Hinblick auf die demographische Entwicklung und auf mögliche Synergien hat diese Machbarkeitsstudie daher zum Ziel, die folgenden Fragen zu klären:

  • Unter welchen Voraussetzungen können gemeinsame Feuerwehrhäuser im Bereich der deutsch-niederländischen Grenze betrieben werden?
  • Welche Anforderungen müssen Feuerwehrhäuser im Bereich der deutsch-niederländischen Grenze erfüllen?
  • Welche Schritte sind notwendig, um ein konkretes Projekt im Sinne der o.g. Projektziele zu planen und umzusetzen?

Diese Machbarkeitsstudie dient damit zur Vorbereitung weiterführender Projekte, welche auf die Ergebnisse dieser Machbarkeitsstudie aufbauen und diese konkretisieren. Konkret soll die in diesem Dokument vorgestellte Machbarkeitsstudie den Weg ebenen für ein Folgeprojekt Grenzüberschreitender Feuerwehrstandort: Planung, Projektierung und Umsetzung.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden jedoch auch geeignet sein, um anderen Kommunen und interessierten Parteien die Planung grenzüberschreitender Standorte zu erleichtern.